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16.07.2007 | Stefanie Hasler
Der Blower-Door-Test spürt undichte Stellen am neuen Gebäude auf und hilft beim Energie sparen.
Die Belüftung eines Wohnhauses durch Fenster und andere Belüftungseinrichtungen ist notwendig – ansonsten sollte ein Wohngebäude möglichst luftdicht sein. Sind Wandanschlüsse, Fenster oder Türen nicht richtig abgedichtet, zieht es in der kalten Jahreszeit, und die Energiekosten steigen. Wenn über einen längeren Zeitraum die feuchte Innenraumluft durch Mängel in der Bauausführung (ungewollte Fugen, Schlitze usw.) durch diesen Durchzug in die Dämmung gelangt, können sich dort Bakterien und Pilzsporen einnisten. Bauschäden durch Schimmel sind dann fast immer vorprogrammiert.
In der Planung sollte daher bereits auf die sogenannte Luftdichtungsebene geachtet werden. Bei einem Massivhaus ist die Luftdichtungsebene im Wandbereich der Putz. Im Holzbau kann die Luftdichtung z.B. durch Folien hergestellt werden. Egal welche Bauweise Sie bevorzugen, die Luftdichtung muss mit geplant werden.

Die abgedichtete Tür mit Gebläse
Um den eigenen Neubau auf Undichtigkeiten aufgrund von Baumängeln testen zu lassen, gibt es ein relativ einfaches Verfahren: den sogenannten Blower-Door-Test (deutsch: Gebläse-Tür-Messung), auch Differenzdruck-Messverfahren genannt. Dabei wird im neuen Wohnhaus zuerst ein Unterdruck von 50 Pascal erzeugt – ein solches Druckgefälle herrscht etwa, wenn Wind mit der Windstärke 5 auf das Haus weht. Der entstehende Sog zwischen Innen und Außen lässt sich mit speziellen Messgeräten messen; manchmal ist er sogar mit der bloßen Hand als Luftzug spürbar. Die entsprechende Messgröße ist die sogenannte Luftwechselrate – sie beschreibt, wie oft die gesamte Luft beim Test während einer Stunde ausgetauscht wird. Wird die Luft weniger als drei Mal in einer Stunde ausgetauscht, ist dies für Wohngebäude akzeptabel. Sogenannte „Passivhäuser“ dürfen eine Luftwechselrate von 1,5 (anderthalbfacher Luftaustausch) nicht überschreiten.

Kontrolle mit dem Handmessgerät
An einer der Türen des Hauses wird von den Fachleuten ein großer Ventilator und ein Messgerät angebracht. Der Rest der Tür wird mit Folie abgedichtet. Der Ventilator erzeugt den für den Test notwendigen Luftdruck im Haus. Die vom Messgerät ermittelte Luftwechselrate lässt sich direkt auf einem Laptop darstellen und ablesen. Einzelne undichte Stellen können darüber hinaus mit einem „Windanemometer“, einem Handmessgerät, aufgespürt werden (siehe Bild rechts). Mit einem solchen Gerät sucht der Experte während des ganzen Tests im Neubau nach undichten Stellen. Einmal aufgespürt, können diese danach in den meisten Fällen nachträglich abgedichtet werden. Bei Undichtigkeiten aufgrund von Baumängeln muss die Baufirma dies im Allgemeinen kostenfrei im Rahmen der Gewährleistung tun.

Auswertung am Laptop vor Ort
Laut der gültigen Vorschriften (DIN EN 13829) soll die Messung dann stattfinden, wenn die Hülle des zu untersuchenden Gebäudes oder Gebäudeteils fertiggestellt ist. Dies heißt: erst wenn die komplette Abdichtung aller Schichten – also auch Tapete und Fliesen – hergestellt ist, wird der Test von den Unternehmen durchgeführt.
Die Hertener Stadtwerke epfehlen ihren Kunden jedoch: es sollte bereits früher getestet werden, wenn die eigentliche Luftdichtungsebene hergestellt, aber noch untapeziert und frei zugänglich ist. Dann lassen sich eventuelle Mängel meistens leicht und ohne großen Aufwand beseitigen. Kritisch wird es, wenn es beispielsweise im Sanitärbereich zu Undichtigkeiten kommt, und bereits alle Fliesen an der Wand kleben. Der Aufwand für die Beseitigung des Mangels steigt dann erheblich an.
Für ihre Kunden bieten die Hertener Stadtwerke seit einiger Zeit den Blower-Door-Test im Rahmen der Energieberatung an. Die Dienstleistung ist bereits ab 260 Euro buchbar. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der Hertener Stadtwerke.
Fragen Sie nach, ob ein solcher Test bei der von Ihnen ausgewählten Baufirma vielleicht bereits fester Bestandteil der Leistungen ist. Falls nicht, kann sich die Investition in einen Blower-Door-Test durchaus lohnen – zu hohe Heizkosten und spätere Bauschäden durch Feuchtigkeit können so von vornherein vermieden.